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Haus mit Flachdach | VELUX Magazin

Das Flachdach: Konstruktion, Varianten, Vorteile und Kosten

Das Flachdach: Konstruktion, Varianten, Vorteile und Kosten
Lesezeit 6 Min.

Wurden Flachdächer früher vor allem für Gewerbebauten und Bungalows genutzt, werden Sie heute für viele unterschiedliche Gebäudetypen verwendet. Sie erhöhen die nutzbare Fläche Ihres Hauses und sind günstig im Erstaufbau. Wir zeigen Ihnen, wann sich ein Flachdach für Sie lohnt und worauf Sie bei der Entscheidung achten müssen.

Skizze von einem Flachdach | VELUX Magazin

Flachdach Konstruktion: Varianten für den Aufbau

Als Flachdach gilt ein Dach mit einer Neigung von höchstens 10 Grad. Es besteht aus der tragenden Konstruktion, einer Dämmung und der Abdichtung.

Die tragende Flachdachkonstruktion wird aus Stahlbeton, Stahltrapezblechen, oder auch Holzbauteilen gefertigt. Die Flachdach-Dämmung realisieren Sie mit Schaumplatten oder Mineralwolle. Für die Dachabdichtung nutzen Sie Bitumenbahnen oder Flüssigbitumen. Günstiger ist die Abdichtung mit Kunststoffbahnen. Zusätzlich benötigt ein Flachdach ein Entwässerungssystem, damit Regenwasser ablaufen kann.

Flachdächer unterscheiden sich durch ihre Bauweise. Beim Kaltdach wird über der Dämmschicht ein Hohlraum angelegt, in dem Luft zirkulieren kann. Dadurch kann das Dach eventuell auftretende Feuchtigkeit leichter abführen. Das Kaltdach wird deshalb auch belüftetes Dach genannt. Das Kaltdach war früher eine beliebte Bauweise, heute wird meistens auf das Warmdach gesetzt. Beim Warmdach verhindert eine Dampfsperre das Eindringen von Feuchtigkeit. Über der Dämmung liegt schliesslich die Flachdachabdichtung.

Eine Variante des Warmdaches ist das Umkehrdach. Bei dieser Bauweise werden dieselben Materialien wie beim Warmdach genutzt, die Reihenfolge des Dachaufbaus ist aber umgekehrt. Dampfsperre und Abdichtung befinden sich hier unter der Wärmedämmung. Damit die Dämmung dabei nicht beschädigt wird, liegt darüber noch ein Filtervlies mit einer Auflast aus Kies.

Geschichte des Flachdaches: Eine der ältesten Dachformen der Menschheit

Das Flachdach ist einer der ältesten Dachformen der Menschheit. Bereits vor 5000 Jahren haben Menschen ihre Häuser mit Flachdächern ausgestattet, da sie auch mit begrenzten technischen Mitteln leicht umsetzbar sind. Zwischen 1960 und 1975 erfreute sich das Flachdach im Neubau vor allem bei Bungalows grosser Beliebtheit. Auch für Gewerbegebäude sind Flachdächer oft das Mittel der Wahl. In Verruf geraten sind Flachdächer, weil sie früher oft nur schlecht abgedichtet werden konnten. Da sich die Technik in diesem Punkt weiterentwickelt hat, werden Flachdächer wieder beliebter. Flachdächer finden Sie heute vor allem in Gegenden mit moderaten klimatischen Bedingungen.

Varianten des Flachdaches

Flachdächer unterscheiden sich in Hinblick auf ihren Zweck. Wollen Sie das Flachdach begehen und ausbauen, handelt es sich um ein genutztes Flachdach. Genutzte Flachdächer müssen Sie mit einem rutschfesten Bodenbelag ausstatten. Hier sind Naturwerksteinplatten, Holzdielen oder Kies denkbar.

Für eine Begrünung des Flachdaches ist eine andere Konstruktion notwendig. Ein begrüntes Flachdach besteht zusätzlich zur Basiskonstruktion aus einer Vegetationsschicht, einer Filterschicht, der Entwässerungsschicht und einer Schicht, die vor Entwurzelung schützt.

Entscheiden Sie sich für einen Dachgarten, haben Sie die Wahl zwischen einer Extensivbegrünung und einer intensiven Dachbegrünung.

  • Die Extensivbegrünung besteht aus Pflanzen, die ohne Pflege auskommen und sich selbst erhalten können.
  • Die Intensivbegrünung umfasst eine Zusammenstellung von Pflanzen, Stauden und Rasenflächen, die Sie regelmässig pflegen müssen.

Die Extensivbegrünung ist daher leichter zu realisieren als die Intensivbegrünung.

Hier ist ein Flachdach die richtige Wahl für Ihr Haus

Ob das Flachdach für Sie geeignet ist, hängt von Ihren Wohnbedürfnissen ab. Wollen Sie die nutzbare Fläche Ihres Hauses verbessern, ist das Flachdach eine gute Wahl. Die Konstruktion ermöglicht die Nutzung des Flachdaches, zum Beispiel als Flachdach-Terrasse. Durch den Wegfall von Dachschrägen erhöht sich zusätzlich die effektiv nutzbare Fläche in den Räumen des Dachgeschosses.

Auch unter ökologischen Aspekten lohnt sich ein Flachdach. Denn damit haben Sie die Möglichkeit, einen Dachgarten anzulegen, der für zusätzliche Dämmung sorgt. Auch die Installation einer Solaranlage ist möglich. Gestalterisch bietet ein Flachdach viele Optionen. So können Sie beispielsweise für natürliches Tageslicht in Ihrem Haus sorgen, indem Sie Flachdach-Fenster einsetzen: Diese bringen durch ihre Ausrichtung in Richtung Himmel viel mehr Licht als Fassadenfenster in das Gebäudeinnere und ermöglichen einen tollen Ausblick in die Wolken oder Sterne.

Aber wegen seiner Bauweise ist das Flachdach besonderen Belastungen durch Witterungsbedingungen ausgesetzt. Eine regelmässige Flachdach-Wartung ist deshalb notwendig. Wollen Sie wenig Zeit in die Pflege Ihres Daches investieren, ist ein Flachdach möglicherweise nicht die richtige Wahl für Sie.

Die besten Eigenschaften eines Flachdaches für Ihr Haus sind zusammengefasst:

  • Geringere Konstruktions- und Eindeckungskosten dank kleinerer Gesamtdachfläche
  • Kein Wohnraumverlust durch Dachschrägen, dadurch optimale Nutzungsmöglichkeiten der Räume im Dachgeschoss
  • Leichter Aufbau von Photovoltaik-Anlagen möglich
  • Möglichkeit der Begrünung des Daches
  • Möglichkeit zur Nutzung als Terrasse
Haus mit Flachdach und Terrasse | VELUX Magazin
Durch die Konstruktion des Flachdaches können Sie die verfügbare Dachfläche beispielsweise als Flachdach-Terrasse nutzen. Auch das Anlegen eines ökologisch wertvollen Dachgartens ist möglich.

Flachdach oder Steildach?

Bei einem Neubau stellt sich bei der Entscheidung der Dachform in der Regel zuerst die Frage: Flachdach oder Steildach? Diese Entscheidung sollten Sie auf Basis mehrerer Faktoren treffen. Welche Ästhetik gefällt Ihnen am besten, welche Optik passt optimal zu Ihnen und Ihrem Bauvorhaben? Wollen Sie das Dach als begehbare Fläche, etwa einen Dachgarten auf dem Flachdach, nutzen oder lieber mit einem Steildach zusätzlichen Platz unter dem Dach schaffen?

Auch ökonomische Punkte sollten Sie bei der Entscheidung beachten: So hat eine Studie der TU Wien herausgefunden, dass – gerechnet auf den gesamten Lebenszyklus des Daches – ein Steildach aufgrund der Wartungsfreiheit und Langlebigkeit der Bauteile deutlich günstiger ist als ein Flachdach. Auch die CO² Emissionen seien auf Dauer deutlich geringer.

FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Flachdach

Welche Neigung hat ein Flachdach?

Ein Flachdach hat eine Dachneigung von höchstens 10 Grad. Dächer mit einer Neigung bis 22 Grad werden flach geneigt genannt. Noch stärke geneigte Dächer werden Steildächer oder Pultdächer genannt. Um die Entwässerung des Daches sicherzustellen, sollten mindesten 1,1 bis 2,9 Grad Neigung gegeben sein.

Welches Material wird beim Bau eines Flachdaches genutzt?

Die meisten Flachdachkonstruktionen werden mit Holz oder Beton realisiert. Für die Abdichtung werden meistens Bitumenbahnen benutzt. Die Flachdachdämmung gelingt mit Hartschaumplatten oder Mineralwolle.

Welche Dämmung sollte ich für ein Flachdach installieren?

Die Art der Dämmung hängt direkt mit dem Aufbau des Flachdaches zusammen. Ob sie eine Aufsparrendämmung oder eine Zwischensparrendämmung realisieren können, ist davon abhängig, ob sie ein Warmdach, ein Kaltdach oder ein Umkehrdach bauen möchten.

Warum sollte ich mich für ein Flachdach entscheiden?

Ein Flachdach lohnt sich vor allem dann, wenn Sie aus Ihrem verfügbaren Wohnraum das meiste herausholen möchten. Der Wegfall von Dachschrägen erweitert die effektiv nutzbare Fläche im Obergeschoss Ihres Hauses. Die gewonnene Fläche auf dem Dach können Sie für eine Terrasse oder einen Garten nutzen.

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